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Volha · Tomilin

Werbung in ChatGPT startet in Deutschland und Österreich

OpenAI hat ChatGPT Ads am 24.08.2026 auf 31 europäische Märkte ausgeweitet, Deutschland und Österreich sind dabei. Anzeigen erscheinen nur in den Tarifen Free und Go. Was belegt ist, was noch offen ist und was das für die eigene Sichtbarkeit in KI-Antworten bedeutet.

Seit dem 24. August 2026 gibt es Werbung in ChatGPT auch im deutschsprachigen Raum. OpenAI hat die Ausweitung auf 31 europäische Märkte am 18. August angekündigt und den Start eine Woche später vollzogen, nachzulesen in der Mitteilung von OpenAI. Neben Deutschland und Österreich sind unter anderem Frankreich, Spanien und Italien dabei. Der Schritt kommt ein halbes Jahr nach dem Test in den USA.

Was genau gestartet ist

Drei Punkte stehen belegt in der Mitteilung:

  • Ausgeliefert wird in 31 europäischen Ländern, darunter Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und Skandinavien.
  • Buchen können Werbetreibende zunächst nur über das OpenAI Ads Solutions-Team sowie über Partneragenturen und Technologiepartner.
  • Der Selbstbedienungs-Zugang über den Ads Manager kommt später in diesem Sommer.
  • Werbung erscheint nur in den Tarifen Free und Go. Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei.

Ebenfalls in der Mitteilung: Anzeigen werden deutlich gekennzeichnet, sie stehen getrennt von den Antworten, und laut OpenAI beeinflusst Werbung die Antworten von ChatGPT nicht.

Für die meisten Selbstständigen heißt das erst einmal: Man kann hier aktuell nichts selbst buchen. Wer keinen Agenturkontakt hat, ist im Moment außen vor.

Was nicht belegt ist

Zu Preisen, Abrechnung und zum genauen Aussehen der Anzeigen macht die Mitteilung keine Angaben. Auch nicht dazu, wie viele Menschen im deutschsprachigen Raum davon erreicht werden. Wer dazu Zahlen liest, sollte wissen: Von OpenAI stammen sie nicht.

Das ist wichtig, weil in den kommenden Wochen viele Zahlen durch Blogs und LinkedIn-Beiträge laufen werden: Tausenderpreise, Reichweiten, angebliche Klickraten. Wenn eine Zahl auftaucht, lohnt der kurze Blick, ob sie aus der OpenAI-Quelle stammt. Momentan stammt sie das nicht. Zur Frage, ob Anzeigen die Antworten beeinflussen, gibt es dagegen eine klare Aussage von OpenAI, nämlich nein. Das ist die Zusage des Anbieters, nachprüfen lässt sie sich von außen nicht.

Warum das die GEO-Arbeit verändert

Bisher lautete die Frage für alle, die in KI-Antworten sichtbar sein wollen: Wie komme ich in die Antwort? Diese Frage bleibt. Sie bekommt aber eine zweite dazu: Wer kauft neben meiner Antwort Platz?

Der Unterschied zur klassischen Google-Suche ist, dass eine KI-Antwort meist nur wenige Quellen nennt. Wenn daneben oder darunter bezahlte Plätze entstehen, wird der Raum enger. Wie eng, weiß derzeit niemand von außen, weil die Formate nicht veröffentlicht sind.

Was sich dagegen jetzt schon sagen lässt: Der organische Weg in die Antwort wird nicht wertloser. Er wird nur zum ersten Mal in einer Umgebung stattfinden, in der es auch einen bezahlten Weg gibt. Genau das ist bei Google vor zwanzig Jahren passiert.

Was Sie diese Woche konkret tun können

1. Den Stichtag in Ihrer Messung markieren. Wenn Sie Ihre Sichtbarkeit in KI-Antworten verfolgen, tragen Sie den 24. August als Trennlinie ein. Vergleiche über diesen Tag hinweg sind ab jetzt nicht mehr sauber, weil sich die Umgebung geändert hat, nicht unbedingt Ihre Seite.

2. Selbst nachschauen, aber im richtigen Tarif. Öffnen Sie ChatGPT und stellen Sie drei Fragen, die Ihre Kundschaft stellen würde. Wichtig dabei: Anzeigen erscheinen nur in den Tarifen Free und Go. Wenn Sie Plus oder Pro zahlen, sehen Sie überhaupt keine, egal wie lange Sie suchen. Nutzen Sie also einen kostenlosen Zugang oder melden Sie sich ab.

3. Notieren, was Sie sehen. Machen Sie Bildschirmfotos von den Anzeigen, die zu Ihren Themen erscheinen. In vier Wochen ist das die einzige Datengrundlage, die Sie über Ihre eigene Nische haben, denn öffentliche Zahlen dazu gibt es nicht.

4. Kein Budget verplanen. Solange der Ads Manager nicht offen ist, gibt es für kleine Anbieter keinen Buchungsweg. Wer jetzt Geld einplant, plant für ein Produkt, dessen Preis er nicht kennt.

5. Weiter an der Zitierfähigkeit arbeiten. Klare Aussagen, benannte Quellen, saubere Struktur, eigene Erfahrung: Das ist der Teil, der unabhängig von Werbeplätzen wirkt. Er wird durch diese Meldung weder wichtiger noch unwichtiger, aber er ist der einzige Hebel, den Sie gerade selbst in der Hand haben.

Einordnung

Diese Meldung ist kein Grund, an der eigenen Website etwas umzubauen. Sie ist ein Grund, die eigene Messung anzupassen und in den nächsten Wochen genauer hinzusehen. Der praktische Effekt für Selbstständige tritt erst ein, wenn der Ads Manager öffnet, denn dann wird ChatGPT für kleine Anbieter zu einem Kanal, den man buchen kann, und nicht nur zu einem, in dem man vorkommen möchte.

Stand: 31.08.2026. Offen bleiben zwei Punkte: die Preise und Abrechnungsmodelle sowie das genaue Aussehen der Anzeigen. Zu beidem gibt es bisher keine Angabe von OpenAI. Der Ads Manager soll noch in diesem Sommer für die eigenständige Buchung öffnen, ein genaues Datum nennt OpenAI nicht. Sobald der Ads Manager öffnet, folgt hier ein Nachtrag mit den dann veröffentlichten Konditionen.

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